Bauarbeiter bei der Arbeit

Ein reales Problem – der Fachkräftemangel in Deutschland

Der Fachkräftemangel in Deutschland beschäftigt Politik und Wirtschaft bereits seit vielen Jahren. Beiderseits wird akribisch nach Lösungen gesucht. Um angemessene und umsetzbare Lösungen zu finden, ist es insbesondere für Unternehmen wichtig, den Ursachen für den Fachkräftemangel auf den Grund zu gehen. 

Nachfolgend erhältst Du eine ausführliche Übersicht darüber, welche Gründe es für den Fachkräftemangel gibt und welche Möglichkeiten Du als Unternehmer hast, um diesem entgegenzuwirken.

Ursachen für den Fachkräftemangel

Warum es vielerorts an Fachkräften fehlt, lässt sich pauschal nicht formulieren. Es gilt eine Vielzahl an Faktoren getrennt voneinander zu betrachten, um den Ursachen auf den Grund gehen zu können. Während bestimmte Berufsgruppen eine unzureichende Lohndynamik aufweisen, ist die Nachfrage in anderen Branchen schlichtweg zu groß, um den Bedarf an Fachkräften decken zu können. 

Ein konkretes Beispiel für den zunehmenden Fachkräftemangel liefert das Gesundheits- und Pflegewesen. Während immer mehr ältere Menschen auf die Pflege angewiesen sind, nimmt die Anzahl derer ab, die sich für diese Branche interessieren. Doch ist dies längst nicht der alleinige Grund für den derzeitigen Fachkräftemangel in Deutschland, der fast alle Branchen betrifft.

Mangelhafte Lohndynamik

Wenn es heutzutage um das Thema Fachkräftemangel geht, dann weisen viele Experten oftmals daraufhin, dass dies nur ein Scheinproblem sei. Als Grund für diese Ansicht wird angeführt, dass sich viele Arbeitgeber nur davor scheuen würden, die Löhne anzupassen, um einen für den Arbeitnehmer lukrativen Arbeitsplatz zu schaffen. Laut den Experten könnte der Fachkräftemangel in Deutschland zumindest teilweise aufgelöst werden, wenn die meisten Unternehmen bereit wären höhere Gehälter zu zahlen. Als Resultat daraus würden viele Fachkräfte einen Arbeitsplatz finden und der Fachkräftemangel deutlich nachlassen.

Ganz so einfach ist dies jedoch nicht. Schließlich müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden, die hinsichtlich einer profitablen Unternehmenswirtschaft von großer Bedeutung sind. Selbstverständlich ergibt sich zunächst eine gewisse Logik hinter der Annahme, dass  höhere Gehälter den Fachkräftemangel reduzieren könnten. Doch hätten entsprechende Maßnahmen auch anderweitige Konsequenzen, die viele Unternehmen nicht ohne Weiteres verkraften. 

Beispiel:

Betrachten wir das Beispiel einer fiktiven Firma, die stark unter dem derzeitigen Fachkräftemangel leidet und eine Vielzahl offener Stellen besetzen möchte. 

In dieser Situation die Löhne zu erhöhen, würde sicherlich dazu führen, dass die Nachfrage nach etwaigen Arbeitsplätzen steigen würde. Im Idealfall schafft es das Unternehmen sogar, sämtliche offenen Stellen an geeignete Fachkräfte zu vergeben. Bis hierhin scheint es logisch, dass die Lohnerhöhung den Mangel schließen könnte. Doch ergeben sich auf der anderen Seite neue Probleme. 

Muss ein Unternehmen deutlich mehr Gehälter zahlen, so steigen parallel dazu auch die Arbeitskosten. Entsprechend müssten Kunden des Unternehmens ihrerseits tiefer in die Tasche greifen. Als Folge daraus suchen sich bisherige Geschäftspartner unter Umständen einen anderen Partner. Die Auftragslage nimmt daraufhin ab und das Unternehmen muss im schlimmsten Fall wieder Stellen streichen. 

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, warum sich der Fachkräftemangel in Deutschland nicht pauschal mit höheren Löhnen beseitigen lässt.

Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt als weitere Ursache für den Fachkräftemangel

Wie Du bereits festgestellt haben wirst, ist die Regulierung von Fachkräften mittels erhöhter Löhne ein schwieriges Thema. Ein weiteres Problem, das sich daraus ergibt und den Fachkräftemangel befeuert, ist der Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Unternehmen. Hierbei gilt es in Unternehmen zu unterscheiden, welche in der Lage sind, hohe Gehälter zu zahlen und in jene, die dies nicht oder nur bedingt können. In vielen Branchen führt der Fachkräftemangel in Deutschland zu einem Konkurrenzkampf. Wer es sich leisten kann, der versucht mitunter höhere Löhne auszuloben, um die offenen Stellen im eigenen Betrieb lukrativer zu gestalten. Andere Unternehmen müssten daraufhin reagieren. Diejenigen, die dies schaffen, bleiben im Wettkampf um die Fachkräfte im Rennen. Andere, finanziell schlechter aufgestellte Unternehmen scheiden aus diesem Rennen aus.

Dieser Wettkampf in Form von Lohnerhöhungen führt zu zwei Folgeerscheinungen, die unter anderem dafür sorgen, dass Fachkräfte aus dem Ausland für viele Unternehmen die wohl beste Lösung darstellen. Auf der einen Seite kämpfen die finanzstarken Unternehmen und Firmen gegeneinander, um ihren eigenen Fachkräftemangel zu reduzieren oder gänzlich abzudecken. Die ständig angepassten Löhne tragen in der Folge dazu bei, dass ein regelrechter Abwerbungskampf entsteht und das Reservoir an geeigneten Fachkräften für den restlichen Markt ausgeschöpft wird. 

Somit bekämpfen sich die „Big Player“ gegenseitig, was fatale Folgen hat. Die stetig höher werden Löhne für Fachkräfte führen dann längst nicht mehr zu einer Wertschöpfung. Stattdessen steigen letztlich die Betriebskosten, wodurch die Gewinne entsprechender Unternehmen geringer ausfallen. Auf der anderen Seite bleiben kleinere oder mittelständische Unternehmen auf der Strecke, da die in die Höhe getriebenen Löhne unzumutbar sind.

Ein Wirtschaftszweig, bei dem sich der Fachkräftemangel daher besonders bemerkbar macht, ist der Güterverkehr. Auf diesem Markt gewinnt fast immer das Unternehmen, das die günstigsten Angebote offerieren kann. Um den steigenden Löhnen aus dem Weg zu gehen und die Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens weiterhin gewährleisten zu können, stellen Fachkräfte aus dem Ausland eine wertvolle Alternative dar. Somit kannst Du dem stetig größer werdenden Konkurrenzkampf entfliehen, ohne auf geeignete Fachkräfte verzichten zu müssen. 

Unser Blogbeitrag über den Fachkräftemangel an Fernkraftfahrern zeigt deutlich auf, welche Ursachen der Fachkräftemangel im Güterverkehr hat. Innerhalb weniger Jahre werden insbesondere geschulte LKW-Fahrer ein großer Mangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt sein. Da die Zahl der Fachkräfte in diesem Bereich sinken wird, wird der Fachkräftemangel schon zeitnah zu einem großen Problem dieser Branche werden. Dass etwaige Engpässe nur mithilfe von Lohnanpassungen zu schließen sind, ist vollkommen ausgeschlossen. 

Wer jedoch rechtzeitig reagiert und die besten Fachkräfte aus dem Ausland anheuert, der könnte der Konkurrenz auf diese Weise enteilen.

Vielfältige Engpässe als Gründe für den Fachkräftemangel in Deutschland

Ein weiterer nicht unwesentlicher Aspekt, der zu einem Fachkräftemangel in unterschiedlichsten Branchen führen kann, sind Engpasserscheinungen. Gerät ein Arbeitsmarkt derart aus dem Gleichgewicht, dass sich daraus ein Fachkräftemangel ergibt, kann diese seinerseits unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen sind es strukturelle Veränderungen, die sowohl in puncto Angebot als auch Nachfrage begründet sein können. Nachfolgend werden Dir unterschiedliche mögliche Quellen für etwaige Engpasserscheinungen vor Augen gehalten. 

Wichtig ist, dass diese nicht pauschal auf jeden Arbeitsmarkt übertragen werden können. Vielmehr gilt es eine ansprechende Analyse des eigenen Marktes durchzuführen und somit die Ursachen für den Fachkräftemangel ausfindig zu machen und diesen möglichst zeitnah zu beheben.

Eine der wichtigsten Gründe, die zu einem unerwarteten Fachkräftemangel führen können, sind bedeutsame technische sowie organisatorische Änderungen im technischen Bereich. Führt ein Unternehmen im Zuge der rasanten Digitalisierung beispielsweise neue sowie moderne innerbetriebliche Sektoren ein, so bedarf es rasch einer Vielzahl an kompetenten Fachkräften. Schließlich sorgt eine solche Entwicklung dafür, dass die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern hinsichtlich der Weiterentwicklung und Implementation entsprechender Techniken von jetzt auf gleich steigen kann. 

Zudem trägt die Digitalisierung eines Unternehmens auch fast immer dazu bei, dass neue Produkte eingeführt und neuartige Geschäftspraktiken entwickelt werden. Ist dies der Fall, so ist der Fachkräftemangel fast vorprogrammiert. 

Letztlich ist es gar nicht möglich, einer derartigen Entwicklung spontan entgegenzutreten. Es gilt zu bedenken, dass die Umstrukturierung eines Unternehmens binnen kürzester Zeit vonstattengehen kann. Andererseits benötigt es jedoch zwei bis drei Jahre, ehe fachkundiges Personal entsprechend ausgebildet wurde. Ein Engpass, respektive ein Fachkräftemangel ist in dieser Situation daher die logische unumgängliche Konsequenz. 

Um eine solche Situation zu verhindern, gibt es nur zwei Optionen. Einerseits kannst Du rechtzeitig nach kompetentem Personal suchen. Fraglich ist jedoch, inwiefern sich ein solcher Fachkräftemangel in Deutschland decken lässt. Es gilt immerhin zu bedenken, dass wahrscheinlich auch andere Unternehmen eine Entwicklung durchmachen und zeitgleich auf die Suche nach geeigneten Fachkräften gehen. An diesem Punkt greift erneut die Thematik der Konkurrenz als wichtiger Faktor hinsichtlich des Fachkräftemangels.

Neuartige Entwicklungen oder zeitgleiche Umstrukturierungen mehrere Betriebe führen fast immer dazu, dass ein Konkurrenzkampf um die besten Fachkräfte entsteht. Zwangsläufig führt dies wiederum dazu, dass die Unternehmen sich gegenseitig überbieten und immer höhere Gehälter ausloben. Wer nicht mithalten kann, geht meist leer aus. 

Solltest Du nicht gewillt sein, diesen Preiskampf mitzugehen, so bieten auch hier Fachkräfte aus dem Ausland eine gute Alternative. Faktisch sind sich viele Experten darüber hinaus einig, dass der Bedarf an Fachkräften innerhalb Deutschlands, der Schweiz oder Österreich über lange Sicht nur mithilfe geschulten Personals aus dem europäischen Ausland zu decken ist. Allein für Deutschland werden derzeit Zahlen erhoben, die auf den ersten Blick kaum zu glauben sind. 

Aktuell gehen führende Wirtschaftsexperten davon aus, dass Deutschland aufgrund seiner starken und vor allem weiterhin wachsenden Wirtschaft pro Jahr bis zu 260.000 Zuwanderer mit geeigneten Fachkenntnissen benötigt. Nur so lässt sich der Fachkräftemangel in Deutschland kurzfristig und langanhaltend eindämmen.

Nicht vergessen werden dürfen auch demografische Veränderungen. Anhand von Statistiken können diese zwar weitestgehend vorhergesehen werden, doch bedeutet dies nicht, dass daraus keine Engpässe entstehen. Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn Unternehmen mit unzureichendem Weitblick agieren. Vor allem der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer kann eine solche Situation herbeiführen. Hinter dem Begriff Babyboomer verbirgt eine zusammengefasste Generation an Menschen, die in Zeiten einer hohen Geburtenrate auf die Welt gekommen sind. 

Geht diese Generation binnen weniger Jahre – also fast zeitgleich – in Rente, so gehört dies zu den signifikanten Ursachen für den Fachkräftemangel. An dieser Stelle sind Unternehmer mit Weitblick gefragt. Wer die Altersstruktur im Unternehmen aus den Augen verliert, der ist daher besonders anfällig für den Fachkräftemangel und dessen Folgen.

Zudem spielt demografisch betrachtet auch die Bevölkerungsentwicklung eine wichtige Rolle. Die Geburtenrate in Deutschland ist bereits seit den 1970er Jahren auf einem fast gleich bleibenden, niedrigem Niveau. Zwar konnte in den letzten Jahren wieder ein leichter Anstieg verzeichnet werden, doch werden sich die positiven Auswirkungen hinsichtlich des Arbeitsmarktes erst in 15 bis 20 Jahren bemerkbar machen. Bis dahin sorgt die niedrige Geburtenrate über mehrere Jahrzehnte hinweg dafür, dass die Bevölkerung altert und die Anzahl an potenziellen Arbeitnehmern innerhalb Deutschlands weiter sinkt. Selbst mit steigenden Löhnen und besseren Ausbildungswegen lässt sich dieser Prozess und der daraus resultierende Fachkräftemangel nicht restlos beheben. 

Auch mit Blick auf diesen Umstand scheint es unumgänglich, dass Unternehmen zeitnah auf Fachkräfte aus dem Ausland zurückgreifen sollten. Viel Zeit zu handeln bleibt dabei jedoch nicht. Der Renteneintritt der Generation der Babyboomer in Kombination mit der wachsenden Nachfrage sorgt schließlich dafür, dass der Fachkräftemangel immer größer wird, sollten keine Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden. Nun sorgt auch dieser Faktor erneut dafür, dass es zeitnah zu einem gewaltigen Konkurrenzkampf kommen wird. Je größer der Fachkräftemangel in Deutschland wird, desto mehr Unternehmen werden sich im Ausland nach dem besten und fähigsten Personal umschauen. Wer diesen Punkt verpasst, geht hohe Risiken ein. Schließlich zeigt der Fachkräftemangel in Deutschland bereits jetzt, wie schwierig es ist, geschultes Personal zu finden und das Werben darum zu gewinnen.

Die Altersstruktur der Bevölkerung steigert die Nachfrage

Dass die demografische Wandlung innerhalb der Bevölkerung eine der entscheidenden Ursachen für den Fachkräftemangel ist, wird bereits durch den Faktor des Renteneintritts der Babyboomer deutlich. Darüber hinaus sorgt jener Renteneintritt bereits jetzt – zukünftig gar noch mehr – für einen weiteren Fachkräftemangel in Deutschland. 

Einerseits hinterlässt der ruckartige Renteneintritt viele offene Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite werden die zukünftigen Rentner die Nachfrage bezüglich der Fachkräfte in den Pflegeberufen deutlich erhöhen. In einer kürzlich veröffentlichen Studie der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen wird deutlich, wie weitreichend diese demografische Änderung für diesen Berufszweig sein wird. So geht die Studie davon aus, dass allein zwischen 2015 und 2035 im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens etwa 1,3 Millionen zusätzlicher Fachkräfte benötigt werden.

Dass der dabei entstehende Fachkräftemangel nicht ohne Weiteres gedeckt werden kann, macht ein Blick auf die blanken Zahlen deutlich. Zwar ist die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland infolge der Corona-Pandemie im April auf etwa 2,8 Millionen gestiegen, doch ist der Arbeitsmarkt generell sehr gut abgedeckt. Um den Fachkräftemangel in Deutschland hinsichtlich des Gesundheits- und Sozialwesens zu decken, müsste also fast jeder Zweite Arbeitslose die nötigen Fachkenntnisse besitzen und eingestellt werden. Ein Großteil der Arbeitslosen verfügt jedoch nicht über die nötige Qualifikation. 

Außerdem ist es unmöglich, entsprechende Qualifikationen an eine so große Personenzahl innerhalb kürzester Zeit zu vermitteln. Auch in diesem Punkt wird daher der Bedarf für Fachkräfte aus dem Ausland deutlich.

Persönliche Berufswünsche im Wandel

Ob und inwieweit ein Fachkräftemangel auftritt, ist auch immer abhängig davon, wie sich die individuellen Berufswünsche entwickeln. Berufsbereiche wie in der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften oder technischen Berufen werden bei jungen Menschen zunehmend unpopulärer. Dabei sind es insbesondere diese sogenannten MINT-Berufe, die beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. Trotzdem besteht hier derzeit ein sehr großer Fachkräftemangel, obwohl diese Berufe allesamt vielversprechend und zukunftsträchtig sind.

Dass die persönliche Zielsetzung von jungen Menschen mittlerweile anders ist, als noch vor einigen Jahren, ist auch auf den Bologna-Prozess zurückzuführen. Dabei handelt es sich um die europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen und deren Abschlüssen. Diese hatte zur Folge, dass der Anteil der Studienanfänger von 2007 bis 2011 von 36 Prozent auf 56 Prozent angewachsen ist. 

Seit dem Bologna-Prozess konnte auch keinerlei Rückgang diesbezüglich beobachtet werden. Auf den ersten Blick mag es durchaus positiv erscheinen, dass ein Großteil der jungen Menschen sich heutzutage nicht nur für ein Hochschulstudium qualifiziert, sondern dieses auch wahrnimmt. 

In der Realität sorgt dies in vielen Branchen zeitgleich aber auch für einen erheblichen Fachkräftemangel. Doch wie kann es sein, dass der Zuwachs an Studenten dazu beiträgt?

Die Antwort auf diese Frage mag merkwürdig anmuten. Tatsächlich sorgt die gestiegene Anzahl an Studenten selbst im Bereich der Medizin und der Pflege dafür, dass immer mehr junge Menschen hoch qualifizierte Abschlüsse erwerben. Genau dieser Aspekt ist parallel dazu ausschlaggebend, dass immer weniger Menschen eine Ausbildung in den Pflegeberufen machen. 

Die Folge dieser Entwicklung ist nicht nur ein Fachkräftemangel in der Pflege und Betreuung. Vielmehr steigt darüber hinaus die Anzahl derer, die für höhere Aufgaben qualifiziert sind. Somit führt dies unweigerlich zu einem Teufelskreis. Immer mehr Mediziner mit Studienabschluss kämpfen um eine nahezu gleichbleibende Anzahl an Stellen. Trotz einer guten Ausbildung ist also das Überangebot an Qualifizierten so hoch, dass viele bei der Suche nach einem Job auf der Strecke bleiben und vermehrt in Richtung Ausland blicken, wo entsprechende Qualifikationen eher gefragt sind. Da zeitgleich aber weniger junge Menschen einen Ausbildungsberuf im Sektor der Medizin oder der Pflege ergreifen, steigt hierbei der Fachkräftemangel an. 

Das Problem wird zusätzlich noch größer, da die demografische Entwicklung sogar für einen stärkeren Bedarf an entsprechenden Fachkräften sorgt. Die Gründe für den Fachkräftemangel finden sich folglich auch im Bologna-Prozess wieder.

Auch mithilfe von blanken Zahlen lässt sich belegen, warum der Bologna-Prozess einer der Gründe für den Fachkräftemangel in Deutschland ist. Wurden im Jahr 2009 noch insgesamt 564.306 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, sank die Zahl innerhalb von nur fünf Jahren drastisch und befeuerte somit den Fachkräftemangel in Deutschland. 

Im Jahr 2014 wurden lediglich noch 522.231 neue Ausbildungsverträge unterzeichnet. Interessant ist zudem eine Studie der ManpowerGroup aus dem Jahr 2015 hinsichtlich des Fachkräftemangels. Dabei wurden Unternehmen befragt, welche Gründe sie als Hauptursache für ihre Rekrutierungsprobleme anführen. 35 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, dass sie zu wenige oder gar keine Bewerber hatten. Auf Rang zwei folgte die Begründung, dass Bewerber oftmals nur über unzureichende Fachkenntnisse verfügen würden. 

Nimmt man nur diese beiden Gründe zusammen, so wird deutlich, warum der drastische Rückgang an Auszubilden zu den Ursachen für den Fachkräftemangel gezählt werden muss. Während die Ausbildungsbetriebe immer weniger Zulauf erfahren, suchen die Unternehmen vermehrt nach bereits ausgebildeten Fachkräften. Doch woher sollen diese kommen, wenn die Anzahl der Auszubildenden sinkt? Um dem Fachkräftemangel Herr werden zu können, müssen Ausbildungsberufe einerseits wieder attraktiver werden und andererseits muss der Fachkräftemangel in Deutschland durch Fachkräfte aus dem Ausland aufgefangen werden. Andernfalls wird es nicht möglich sein, diesen Teufelskreis im Bereich der Ausbildungsberufe sowie den späteren beruflichen Perspektiven zu durchbrechen.

Doch auch ein verändertes Anspruchsverhalten vieler junger Menschen trägt zum Fachkräftemangel in Deutschland bei. Die insgesamt sehr gute wirtschaftliche Lage in Deutschland geht auch damit einher, dass viele Menschen sich nach Wohlstand sehnen, welcher ihnen tagtäglich vorgelebt wird. Somit steigt bei ihnen das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Es wird viel genauer darauf geachtet, welche finanziellen und privaten Perspektiven ein Beruf mit sich bringt, als dass der eigentliche Beruf sowie der entsprechende Berufswunsch im Vordergrund stehen. 

Zu den persönlichen Faktoren, die die Berufswahl beeinflussen und zum Fachkräftemangel beitragen, gehört insbesondere das private sowie soziale Leben. Dies kann nur vollends ausgekostet werden, wenn der Beruf eine angemessene Flexibilität mit sich bringt. Junge Menschen wenden sich aus diesem Grund zunehmend von Branchen ab, die auf Schichtsystemen basieren. Schließlich wollen sie Familie oder Freunde regelmäßig sehen und sind nicht bereit, zeitliche Einbußen in Kauf zu nehmen. 

Um den Fachkräftemangel für solche Berufe zu decken, gibt es nur zwei Optionen. Einerseits müssen diese Berufe wieder attraktiver werden. De facto lässt sich dies nur durch eine bessere Bezahlung erreichen. Schichtsysteme gehören zu vielen Branchen dazu und können nicht einfach abgesetzt werden. Als weitere Alternative, um den Fachkräftemangel in Deutschland abzuschwächen, kommen Fachkräfte aus dem Ausland infrage.

Zum Anspruchsverhalten als Grund für den Fachkräftemangel in Deutschland ist auch das Image des Handwerk als Ganzes anzuführen. Dabei findet sich gar ein absurder Widerspruch. Umfragen zufolge sind 38 Prozent der Deutschen der Meinung, dass das Handwerk zu den fünf wichtigsten Berufen in der Gesellschaft zählt. Andererseits gelingt es dem Handwerk leider nicht, dieses Image auch auf den Nachwuchs zu übertragen und diesen für den Berufsstand zu rekrutieren. 

Bedenklich wird es gar, wenn ein weiterer Punkt der Umfrage betrachtet wird. So gaben nur etwa sechs Prozent der befragten jungen Menschen an, dass das sie einen Beruf im Handwerk als attraktiv betrachten. Zwar versucht die Deutsche Handwerkskammer mit unterschiedlichen Kampagnen das Image aufzubessern, doch gelingt dies derzeit nur bedingt. Das Ansehen ist wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Bewerber auf Ausbildungsplätze oder Stellen im Handwerk bleibt trotz aller Bemühungen noch immer gering. 

So löblich die Initiativen auch sind, so sehr machen sie deutlich, wie groß der Fachkräftemangel im Handwerk ist. Zweifelsohne ist es der richtige Schritt, vermehrt dafür zu werben und ihn attraktiver zu machen. Um die Engpässe zu überbrücken, braucht es auch in diesem Bereich zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland. Werden diese nicht rekrutiert, so ergeben sich daraus weitere Probleme. Schon jetzt sind Handwerker in vielen Regionen Deutschlands überfordert und kommen den Aufträgen kaum noch hinterher.

Welche Optionen können den Fachkräftemangel in Deutschland nachhaltig beheben?

Die Gründe für den Fachkräftemangel heutzutage sind äußerst vielfältig. Mögliche Lösungen hingegen sind dies nicht und zudem mitunter sehr komplex. Daher ist es wichtig, dass nicht nur der Staat auf die Situation reagiert. Die Politik allein ist nicht in der Lage, den Fachkräftemangel ohne Weiteres zu beheben. Stattdessen gilt es, die unterschiedlichen Optionen zu durchleuchten. 

Insbesondere Unternehmen sollten den innerbetrieblichen Problemen auf den Grund gehen, diese analysieren und anschließend den besten Weg für sich finden, um die Mangelsituation zu beheben. Als nachhaltiger Lösungsansatz ist vor allem eine stärkere Zuwanderung von Fachkräften der wohl beste Weg, um den Fachkräftemangel zu reduzieren. So hat die Regierung kürzlich das Fachkräftezuwanderungsgesetz verabschiedet, mit dessen Hilfe Fachkräfte aus dem Ausland leichter nach Deutschland kommen können. 

Dieser Schritt allein wird zwar die Ursachen für den Fachkräftemangel nicht beheben, doch würde der Fachkräftemangel in Deutschland somit deutlich geringer.

Zu den Ursachen für den Fachkräftemangel zählt zweifelsfrei auch die sprachliche Barriere. Während diese in einigen Branchen wie beispielsweise dem Güterverkehr nur wenig Probleme erzeugt, ist sie in der Pflege oftmals ein Ausschlusskriterium für qualifizierte Bewerber aus dem Ausland. Selbst wenn die Qualifikation über dem deutschen Durchschnitt liegt, werden Fachkräfte in diesem Sektor oftmals nur angenommen, wenn sie grundlegende Deutschkenntnisse beherrschen. Aufgrund des persönlichen Umgangs mit Patienten ist dies auch sinnig. Doch muss die Bundesregierung an dieser Stelle künftig Hilfe leisten und Unternehmen durch finanzielle Zuschüsse unter die Arme greifen. 

Eine etwaige Regulierung innerhalb des Fachkräftezuwanderungsgesetzes wäre daher nicht nur sinnvoll, sondern auch nötig, um den Fachkräftemangel zu reduzieren.

Das Fachkräftezuwanderungsgesetz kurz und bündig erklärt

Am 1. März 2020 ist das Fachkräftezuwanderungsgesetz in Deutschland in Kraft getreten. Es soll klar sowie transparent regeln, unter welchen Umständen Personen zu Arbeits- und Ausbildungszwecken nach Deutschland kommen dürfen. 

Mithilfe des Gesetzes soll der flächendeckende Fachkräftemangel innerhalb der Bundesrepublik zeitnah verringert werden. Das Gesetz wird oftmals als sinnig aufgefasst, denn unter den derzeitigen Umständen – so hat es auch die Bundesregierung erkannt – ist es nicht möglich, die Ursachen für den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Entsprechend wird vermehrt Wert darauf gelegt, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Im Fokus steht dabei, das Fachkräftepotenzial innerhalb Europas zu nutzen. Zusätzlich soll der Fachkräftemangel mitunter auch durch geschultes Personal aus Drittstaaten gedeckt werden.

Ein wesentlicher Aspekt des Fachkräftezuwanderungsgesetzes ist der Wegfall der sogenannten Vorrangprüfungen. Wer mit einer anerkannten sowie qualifizierten Berufsausbildung nach Deutschland kommt, hat somit die gleichen Chancen, angestellt zu werden. Bisher regulierte die Vorrangprüfung, dass Personen aus Deutschland sowie der Europäischen Union bei offenen Arbeitsplätzen bevorzugt wurden. Dies sorgt dafür, dass nur wenige Fachkräfte aus Drittstaaten das damit verbundene Risiko eingingen, nach Deutschland auszuwandern. Da die Prüfung nun entfällt, erhofft sich die Bundesregierung somit einen Zuwachs an qualifizierten Arbeitnehmern, welche den Fachkräftemangel in Deutschland reduzieren. 

Zudem soll dem Fachkräftemangel entgegengetreten werden, in dem Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung für einen befristeten Zeitraum zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland kommen dürfen. Dies gilt für alle potenziellen Arbeitnehmer, die die notwendigen Sprachkenntnisse mitbringen und die Sicherung ihres Lebensunterhalts gewährleisten können.

Das Fachkräftezuwanderungsgesetz als solches ist ein wichtiger Schritt, um Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren zu können. Problematisch ist jedoch die fehlende Unterstützung hinsichtlich der Personalsuche im Ausland sowie mit Blick auf die sprachlichen Barrieren. Bislang müssen Unternehmer selbst für die Kosten aufkommen, wenn sie Fachkräfte aus dem Ausland anwerben und suchen möchten. 

In diesem Punkt kann Dir Your Mellon unter die Arme greifen. Auf der Plattform des Dienstleisters sind Stellenausschreibungen schnell erstellt. Parallel dazu arbeitet das Unternehmen europaweit mit Partnern zusammen, die qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland für sämtliche Berufsgruppen vermitteln.

Weiterführende Information zum Fachkräftezuwanderungsgesetz und wie Du davon profitieren kannst, findest Du unter dem nachfolgenden Link: https://yourmellon.com/blog/2020/03/27/neuerungen-fuer-ein-besseres-zusammenkommen-das-fachkraefteeinwanderungsgesetz/

Das inländische Potenzial muss besser genutzt werden

Alle Ursachen für den Fachkräftemangel zu beheben, ist de facto kaum möglich. Schließlich lässt sich die Demografie eines Landes beispielsweise nicht beeinflussen. Daher wird es auch immer einen Fachkräftemangel geben, wenn nicht unterschiedlichste Lösungen ineinandergreifen. Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren ist ohne jeden Zweifel die beste Möglichkeit. 

Darüber hinaus muss allerdings auch die Regierung deutlich aktiver werden und das inländische Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen. So ist ein Problem für den Fachkräftemangel in Deutschland, dass viele qualifizierte junge Mütter aufgrund mangelnder Anreize Abstand davon nehmen, weiterhin am Berufsleben teilzunehmen oder zumindest für eine gewisse Dauer in Teilzeit zu arbeiten. Der Staat könnte hier Anreize schaffen, in dem er die Erwerbstätigkeit junger Mütter besser subventioniert. 

Weiterhin könnte auch das Rentenrecht eine tragende Rolle spielen, um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. So gibt es Vorschläge, das Rentenrecht dahingehend anzupassen, dass die Lebensarbeitszeit verlängert wird. Dies könnte durch eine Erhöhung der Renten bei einer längeren Lebensarbeitszeit erreicht werden. Zudem würde ein entsprechender Schritt dazu beitragen, den auf die Demografie zurückführbaren Fachkräftemangel um einige Jahre hinauszuzögern. 

In Kombination mit dem Versuch, Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen, ließen sich die Ursachen für den Fachkräftemangel zwar nicht zwangsläufig beheben. Doch würde der Fachkräftemangel somit geringer ausfallen und einen größeren Spielraum ermöglichen, in welchem neue Maßnahmen geplant und umgesetzt werden könnten. Auch darf nicht vergessen werden, inwieweit sich ein hinausgezögerter Fachkräftemangel im Inland positiv auswirken würde. So hätten Unternehmen mehr Zeit, um Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren und in die Arbeitsabläufe zu integrieren.

Fazit

Trotz oder gerade aufgrund der starken wirtschaftlichen Situationen in Deutschland, der Schweiz oder Österreich äußert sich der Fachkräftemangel in vielen Unternehmen. In den meisten Fällen stellt der Mangel zwar keine Bedrohung für den Erfolg der Unternehmen dar, doch bleibt ein Teil des Wertschöpfungspotenzials ungenutzt. Dies ist ein Umstand, den wohl kein Geschäftsführer einfach hinnehmen kann. Vielmehr gilt es, Lösungen zu finden und das Potenzial restlos auszuschöpfen. 

Ein Ansatz wäre, unterschiedlichste Berufszweige zeitnah lukrativer und attraktiver für mögliche Arbeitnehmer zu gestalten. Die Umsetzung einer solchen Umgestaltung ist jedoch schwierig und komplex, da die Ursachen für die fehlenden Fachkräfte vielfältig sind und auch entsprechende Bildungswege erst ausgebaut werden müssten. 

Eine rasche Lösung bieten daher zweifelsfrei Fachkräfte aus dem Ausland. Insbesondere im europäischen Ausland finden sich engagierte und fachkundige Mitarbeiter. Diese ausfindig zu machen, ist oftmals gar nicht so einfach. 

Solltest Du Dich auf die Suche begeben wollen, um den Fachkräftemangel in Deinem Unternehmen entgegenzuwirken, so kannst Du mithilfe von Your Mellon Personal im Ausland finden. Somit umgehst Du den Konkurrenzkampf, welcher eine der Hauptursachen für den Fachkräftemangel in Deutschland ist und kannst zeitgleich die besten Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren.